Bau der Riva Aquarama Spezial

Im Jan 2003 war es soweit ich, alle hatten Zusammengelegt und ich bekam zum Geburtstag den Baukasten der Aquarama Spezial von Aprime aus Frankreich. Der Baukasten wurde in Deutschland von MKP vertrieben. Die Firma APRIM stellt meines Wissens keine Bausätze mehr her. Der Baukasten enthielt einen Rumpf , einen Bauplan (eine Zeichnung des Boote in drauf und Seitenansicht) und eine grauenhaft übersetzte Baubeschreibung. Des weiteren ein paar Mahagoniholzbretter und Holzleisten aus Zeder und sonstig Leisten . Die Qualität des mitgelieferten Holzes war im großen und ganzen gut, nur bei einer Platte waren Ausfransungen und Risse festzustellen. Das Highlight des Baukastens ist allerdings der GFK-Rumpf, dieser war von sehr guter Qualität, keine Lufteinschlüsse , wunderbar einlaminiertes Mahagoni an den Aussenseiten des Rumpfes.

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Nach dem Studium des zusammengetackerten Baubeschreibung habe ich den Bau der Riva begonnen. Da der Rumpf an der Oberkante etwas wellig war habe ich habe die oberkante des Rumpfes mit stabilen Vierkantleisten und Schraubzwingen gespannt. Der erste Bauabschnitt bestand aus dem Bau eines Bootsständers. Da im Plan keine Angaben vorhanden waren war hier selber Messen angesagt. Dazu habe ich den Rumpf mit der Rumpfunterseite auf die Arbeitsplatte gelegt. Links und Rechts vom Rumpf , an der Position wo ein Teil des Bootsständers sein sollte, zwei Halterungen aufgestellt Zwischen die Halterungen habe ich eine Vierkantleiste gelegt die im abstand von einem Zentimeter Markierungen hatte. Die Leiste wurde dann so ausgerichtet das an einer der Markierungen die Mitte des Bootsrumpfes zu liegen kam. Jetzt habe ich von meiner Leiste an jeder Zentimetermarkierung zum Rumpf herabgemessen und den Wert notiert. Draus ergab sich dann eine Zeichnung für den Bootständer, den ich aus Sperrholz gebaut habe.

Der nächste Bauabschnitt  bestand aus dem Anzeichnen der Löcher für den Stevenrohre und die Ruderkoker. Die Masse dafür wurden aus dem Mitgelieferten Plan abgenommen und auf den Rumpf übertragen. Die Stevenrohrdurchführungen habe ich mit einem kleinen Fräser in den Rumpf gefräst, die Ruderdurchführungen mit dem entsprechenden Bohrer.
Als nächstes musste ein Spant aus der mitgeliefertem 4mm Sperrholzplatte ausgeschnitten werden, der umriss des Spant war dazu vom Aprime auf die Sperrholzplatte gezeichnet worden. Aus der selben Sperrholzplatte mussten noch einige weitere Spanten, sowie die Bodenplatte Cockpits erstellt werden. Da zu den Spanten die noch erstellt werden mussten keine Zeichnungen und Maßangaben im Plan vorhanden waren mussten die angaben alle anhand der Position im Boot vom Rumpf abgenommen werden. Ich habe dazu Pappschablonen angefertigt und diese solange in den Rumpf eingepasst bis ein perfekter Sitz gewährleistet war. Allerdings hatte ich dabei mit der Rundung des vorletztn Spants ein kleines Problem. Wie muss die Biegung des Decks an dieser Stelle aussehen? Sie durfte nicht so groß wie die des vorderen Spants, also habe ich mit Bogenlineal solange gezeichnet bis die Spantenform zu der Deckebiegung meiner Meinung nach passten. Nachdem meine Pappspanten fertig waren habe ich die Spantenform auf das Holzbrett übertragen und die Spanten ausgesägt. Die Spanten habe ich dann mit Hilfe meiner am Rumpf montierten Vierkantleisten und einer den Vierkantleisten befestigten Querleite durchgeführt.( Siehe Abbildung 2) Die Spanten habe ich mit Epoxydharz verklebt.
Die bei dem Bausatz beiliegenden Stevenrohre schienen nicht aus dem Originalbaukasten zu stammen, die beigelegten Stevenrohre waren von der Firma robbe. Die Stevenrohre und die Welle waren viel zu lang. Ich musste die Wellen und die Stevenrohre kürzen. Bei den Wellen war das alles kein Problem, nur für die Stevenrohre ein paassendes Bronzelager zu bekommen gestaltete sich als äußerst schwierig. Nach etlichen Anläufen im Internet und beim Fachhändler fand ich nichts passendes. Man riet mir die zu den Wellenanlagen von der Firma xy diese könnte ich auf die entsprechende Länge kürzen. So schnell wollte ich aber nicht aufgeben. Wie sagte mein Vater .“ Dumm darf man sein, man muss sich nur zu Helfen wissen“.
In der Restekiste habe ich noch ein Stück runden Kunststoff Stabes mit 40mm Durchmessen gefunden, davon habe ich dann zwei 20mm breite Stücke abgeschnitaten. Bei einem Fachhändler habe ich mir dann zwei kleine Kugellager für meine 4mm Welle besorgt. . In meine beiden Kunststoffteile habe ich als nächstes ein Loch entsprechend des Außendurchmessers des Stevenrohres gebohrt. Diese Loch habe ich auf der einen Seite dann auf den Außendurchmessers a Kugellagers aufgebohrt.

Die Kunststoffteile mit dem Kugellager Bild2habe ich dann auf das Stevenrohr gesetzt und mit Hilfe einer Vorrichtung wurde die Welle zentriert. Danach wurden die Kunststoffteile in der Position verklebt. Um die Stevenrohre im Richtigen Winkel und parallel zur Mitte hin in den Rumpf zu kleben habe ich Hilfslinien auf den Rumpf gezeichnet. Der Winkel ergab sich aus der Größe der Schrauben mit 40mm. Im Rumpf wurden die beiden Stefenrohre auf einer Provisorisch eingeklebten 4-Kantleiste mit 2 Klemmen gehalten. An den Austrittöffnungen der Stevenrohre hab ich Tesafilm benutzt um das herauslaufen von Kleber zu verhindern Die Stevenrohre habe ich dann mit 2 Komponentenkleber im Rumpf verklebt. Um die Motoren im Rumpf zu befestigen entschied ich mich für Aluwinkel die in meiner Restekiste auf ihren Einsatz warteden. Aus dem 90° Winkelprifiel wurden 2 Stücke herausgesägt und mit den passenden Ausschnitten für die versehen. Der nächste Bauabschnitt bestand aus dem Ausmessen und Zusägen der 4 Keile die die Motoren mit dem Rumpf verbinden sollten. Nach etlichen Mess und Schleifeinheiten passten die Keile. Danach wurden die Motoren mit montierten Winkeln und den Keilen in dem Rumpf gesetzt und mit den Wellen verbunden. Um die Motoren dann optimal auf die Wellen auszurichten habe ich die Motoren über ein Volt und Amperemeter mit einer Spannungsquelle verbunden. Die Spannung betrug dabei c.a 3- 4 V . Durch mm weises verschieben der Motoren im Rumpf wurden diese dann auf den niedrigsten Strom ausgerichtet. In dieser Position wurden die Keile im Rumpf verklebt. Jetzt konnten die Motoren mit den Haltewinkeln wieder ausgebaut werden, die Keile wurden noch mal mit 2 Komponentenkleber verklebt und mit Wasserfester Farbe gestrichen.

Im nächsten Bauabschnitt sollten die Ruderkoker montiert werden. Beim Messen der Ruderkoker stellte ich fest, das diese nur knapp über der Wasseroberfläche im inneren des Bootes endeten. Also neue anfertigen, dazu habe ich aus einem Messingrohr aus der Restekiste zwei Messingrohre mit 4mm Innendurchmesser und 60 mm länge geschnitten. Aus einem Messingvollstab wurde dann die Welle für das Ruder hergestellt. Die Ruderblätter sind 1,5mm dicken Meesingplatten hergestellt worden. In die beiden Ruderwellen wurden 1,5 mm breite und 5 mm tiefe Längsschnitte mit der Dremel eingeschliffen, darin wurden dann die beiden Platten für die Ruder verlötet.
Die Ruderkoker habe ich dann Lotgerecht in den Rumpf eingesetzt und mit einer Holz leiste im oberen drittel gegen den Rumpf abgestützt. Nach dem festlegen des Servoeibauortes wurden das Rudergestänge vom Servo zu den Rudern auf die richtige läge geschnitten und dann der Servo provisorisch eingebaut. Jetzt konnte die Ruderanlage unter zuhilfenahmen eines Servotesters ausprobiert werden. Die Ruderkoker wurden dabei so weit nach unten aus dem Rumpf gezogen bis die Ruder bei Vollausschlag den Rumpf nicht mehr berührten. Die komplette Ruderanlage konnte jetzt mit UHU-Plus verklebt werden. Nach dem Trocknen wurden das Servo und die Ruder wieder aus dem Boot entfernt.

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Der nächste Bauabschnitt bestand aus dem anbringen der Längsleisten. Auf diesen Leisten würde später das Deck liegen. Bei diesm Bauabschnitt war der schwierigste Teil das auslesen der Maase aus dem Plan. Nachdem alles verklebt war konnten nun die Cockpitwände und der Cockpitboden eingebaut werden. Damit die ich einen Überblick über die benötigte größe der Mahagoniplatten bekam habe ich erst Modelle aus Karton eingebaut. Die Karton platten wurden so lange beschnitten bis sie genau in den Rumpf passten. Jetzt konnten die Cockpitwände eingebaut werden. Der vorher zugeschnittene vordere Spant und einige Stützleisten konnten im nächsten Bauabschnitt eingeklebt werden.

Jetzt konnten die Deckplatten für den Bug angefertigt werden. Nach dem einkleben einer Mittellstütztleiste und einiger weitere Stützleisten konnten nun die beiden Deckshälften angeklebt werden. Dabei wurden Klammern und Spanngummies eingesetzt um den nötigen Anpressdruck zu garantieren.

Abbildung 4Obere SeitenplankenNach dem Austrocknen des Klebers wurden im nächsten Bauschritt die linke und rechte Decksplanke aufgeklebt. Wie auf dem Bild zu sehen ist wurden wieder Klammern genutzt um die Planke zu fixieren. Im Cockpitbereich musste allerdings mit Gummis gearbeitet werden da dort, bedingt durch die Cockpitwände, keine Klammern genutzt werden konnten. Die Schwierigkeit bestand darin, die Planke durfte nicht kippen und nicht rutschen und sollte möglichst Plan aufliegen. Mit unterschiedlichen Holzklötzchen konnte die Planke so fixiert werden das ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht werden konnte
Abbildung 5 RumpfvorderteilNun mussten die Mittel / Linke /Rechte Paneelen für das vordere Deck auf die Mahagoniplatten aufgezeichnet und ausgeschnitten werden. Dabei musste natürlich auf den lauf der Maserung geachtet werden. Durch die Biegung des Rumpfes war das kleben nicht so einfach. Nachdem die Paneelen auf dem Deck verklebt waren konnten die Red Zeder und Samba Leisten eingepasst werden. Da jede einzelne Leiste zugeschnitten und passend geschmirgelt werde musste dauerte dieser Arbeitsgang recht lange. Danach wurden immer 3 Red Zeder Leisten und 2 Samba Zwichenleisten auf dem Rumpf verklebt. Ich habe in diese Arbeit 3 komplette Wochenenden investiert. Allerdings wird man, wenn es vernünftig geklebt ist mit einem tollen Aussehen belohnt.

Allmählich sieht der Rumpf aus wie es für eine Riva sein sollte.


Die weiteren Bauabschnitte verliefen ähnlich, damit der Artikel nicht zu lang handele ich diese in Kurzform ab.

Seitliche Mahagoni Decksplanken ausschneiden und auf dem Boot anbringen. Das Stück zwischen Cockpit und Motorraum zuschneiden und verplanken. Das Deck am Heck der Riva soll eine mit Lederbezogene „Wasserrutsche“ bekommen, dieser Bereich ligt etwas teifer, und musste somit ausgeschnitten und vorbereitet werden. Im Decksbereich neben der Wasserrutsche wurden auch RedZeder und Sambaleisten auf das Deck geklebt.Nach der Zeitaufwändigen fertigstellung des Decks wurde das Heck des Boote im nächsten Bauabschnitt fertiggestellt.
 Bild06Dazu wurde aus Balsaholz zwei Klötzchen ausgeschnitten und diese so geschliffen das sie zu der Form des Hecks passten. Am Heck der Riva wurden jetzt an den Aussenkanten und der Oberkante Mahagoni 4 Kantleisten angebracht.Die Mahagoni Innenleisten wurden nach dem Bauplan ausgeschnitten und passend verschliffen und mit den Balsaklötzchen verklebt. Nach dem groben Anpassarbeiten wurden die Klötzchen am HeckBild07 festgeleimt.. Die Mahagoni Leisten und das Angepasste Balsaklötzchen konnten nun entsprechend der Rumpfform und Bauplan angaben verschiffen werden. Eine Apdeckplatte aus 1 mm Mahagoniholz wurde nun auf dem Balsaholz verklebt und wieder sauber passend zum Rumpf beigeschliffen. Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren konnte nun mit dem beischleifen der Rumpfkanten und aller überstehenden Holzteile begonnen werden. Als diese überaus Staubige
Arbeit, die ich zum Glück im Freien durchführen kRivab-08onnte, beendet war ging es an das lackieren.
 Der Rumpf, das Deck und alle Holzt eile wurden mit Porenfüller gestrichen, und wieder angeschliffen. Diesen Arbeitsgang habe ich 6 mal wiederholt. Nachdem ich mit dem Ergebnis zufrieden war konnte der Rumpf das erste mal mit Bootslack gestrichen werden. Danach wurde der Lack mit 500 Nassschleifpapier angeschliffen . Die nächste Schicht Lack konnte aufgetragen werden, wieder wurde der Lack angeschliffen diesmal mit 600 Nassschleifpapier . Durch die hohen Temperaturen, die in diesem Sommer überall herrschten, musste ich das weitere Streichen für ca. 3Wochen pausieren lassen. Die Holzteile des Decks und der Seitenwände wurden noch weitere 6 mal gestrichen und geschliffen. Danach war ich mit dem Lackierergebnis zufrieden.
Bild09Im nächste Schritt wurde das Rumpfunterteil lackiert, dazu habe ich den schon gestrichenen oberen Teil des Rumpfes sauber und spritznebeldicht mit alten Zeitungen abgeklebt. Die Stevenrohre und die Ruderkoker wurden an ihren öffnungen abgedichtet. Jetzt konnte ich die Grundierung mit dem Spritzgerät auftragen. Nach dem trocknen wurde die Grundierung mit feinem Schmirgel angeschliffen. Die nächste Schicht war die weisse Rumpffarbe. Das Rumpfunterteil habe ich zweimal mit weisser Farbe gespritzt.
Mit dem Ergebnis zufrieden konnten nach dem trocknen des Lackes das Zeitungspapier abgenommen werden.

Der Innenausbau stand als nächstes auf dem Plan, dazu mehr in Teil 2 des Bauberichtes.